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Verena Egli

«Ich habe mich zwar im Altersheim angemeldet, aber nur für den Fall einer Demenz. Solange sich die Altersgebrechen auf das ‹Gestell› beschränken, möchte ich hier bleiben. Ich bin zuversichtlich, dass das mithilfe der Spitex auch möglich sein wird.»

An Pasco kommt niemand vorbei, der Verena Egli in ihrer Wohnung besucht. Der 13-jährige Entlibuecher Sennenhund, der sich nach dem ersten Bellen als gutmütiger Rüde auf der steten Suche nach Streicheleinheiten entpuppt, ist mit Frau Egli drei Jahre nach dem Tod ihres Mannes aus einem umgebauten Bauernhaus in die moderne Überbauung an der Inneren Münsinger Giessen gezügelt. «Pasco zwingt mich jeden Tag zweimal nach draussen», meint die 81-jährige ehemalige Anästhesie-Schwester. «Das braucht zwar manchmal Überwindung, tut uns beiden aber gut.»

Als Frau Egli merkte, dass sie gewisse Arbeiten im Haushalt nur mehr im Sitzen verrichten konnte, drängte ihr Hausarzt sie dazu, sich die hauswirtschaftliche Unterstützung der SPITEX zu sichern. «Ich habe noch heute manchmal ein schlechtes Gewissen, diese Unterstützung zu beanspruchen, und denke, sie stehe mir nicht zu resp. andere hätten sie nötiger», meint Verena Egli zum wöchentlichen «Kehr», den die spezialisierten Kräfte der SPITEX in ihrer 2½-Zimmer-Wohnung ausführen. «Aber der Arzt war ganz anderer Ansicht und hat mich einfach angemeldet ...»

In ihrem langen Berufsleben hatte Frau Egli sich stets um gesundheitliche Probleme anderer Menschen kümmern müssen: als gelernte Krankenschwester zunächst in Langenthal und Zweisimmen, später während dreissig Jahren am Spital Münsingen. «In Zweisimmen musste ich ständig im Operationssaal aushelfen, ohne eigentlich dazu ausgebildet zu sein», erinnert sich Frau Egli an ihre ersten Berufsjahre. Unbefriedigt über diese Situation holte sie die Ausbildung zur Anästhesie-Schwester deshalb an der Insel in Bern nach, wo sie ihren künftigen Mann, einen Chirurgen, kennenlernte. «Er machte dort selbst nachträglich seinen Anästhesie-Fachtitel und half mir bei den Prüfungsvorbereitungen …»

Zunächst im Münsinger Elternhaus von Verena Egli wohnhaft, zügelte das Ehepaar nach ein paar Jahren mit mittlerweile zwei Söhnen in ein Bauernhaus nach Vielbringen. «Als Kind weilte mein Mann oft und gerne auf dem Bauernhof seiner Grossmutter und so haben wir immer nach einem geeigneten Objekt Ausschau gehalten.» Zu ihrer 50%-Stelle am Spital ein Bauernhaus, das sei schon ein «Chrampf» gewesen und sie wisse eigentlich gar nicht mehr, wie sie das alles habe bewältigen können, lacht Frau Egli.

So waren es nicht nur tränende Augen, als sie drei Jahre nach dem Tod ihres Mannes den Bauernhof einem ihrer Söhne überliess und an die Innere Giessen zügelte. «Das Räumen von Bauernhaus und Speicher war schon hart», erinnert sich Verena Egli an die vielen Mulden, die sie vor dem Zügeln noch füllte. «Andererseits war ich auch erleichtert.» Obwohl sie mit Münsingen in die Gemeinde zurückkehrte, wo einmal ihr Elternhaus stand, war es nicht unbedingt eine Rückkehr zu den Wurzeln: «Ich war zunächst erschrocken darüber, wie wenig Leute ich hier noch kannte.» So bemühte sie sich selbst um neue Kontakte und fand sie unter anderem als freiwillige Helferin bei der Kirchgemeinde. «Aber auch hier im Wohnblock haben wir ein sehr gutes Verhältnis untereinander.»

Ihr heutiges Heim, eine geräumige und helle Eigentumswohnung, hat Frau Egli «als Matte» gekauft und konnte deshalb ihre Wünsche vor dem Bau anbringen. Ganz wichtig war ihr der Lift: «Ohne Lift wäre für mich eine Wohnung im ersten Stock nicht infrage gekommen.» Überhaupt ist die Wohnung so gebaut, dass sie auch mit Rollstuhl noch bewohnbar wäre. «Ich habe mich zwar im Altersheim angemeldet, aber nur für den Fall einer Demenz. Solange sich die Altersgebrechen auf das ‹Gestell› beschränken, möchte ich hier bleiben. Ich bin zuversichtlich, dass das mithilfe der SPITEX auch möglich sein wird.»

Mit ihrem Mann und ihren Söhnen ist Verena Egli viel in der Welt herumgekommen. «Nur den Norden haben wir eigentlich nie besucht, meinen Mann zog es immer in die Wärme.» Dieses geografische «Manko» kompensiert Frau Egli heute mit der Lektüre von Büchern aus Nordeuropa und mit entsprechenden Sendungen am Fernsehen. «Selbst reisen möchte ich nicht mehr. Die Erinnerungen genügen mir.» Mobilität über kürzere Strecken hingegen hat sie sich bewahrt: «Ich besitze weiterhin ein Auto, zum Beispiel zum Einkaufen. Und es gibt einige autolose Kolleginnen, die dankbar sind, wenn ich sie gelegentlich herumführe.»

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