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Alfred Gfeller

«Es sind alles Liebe!»

Seit einigen Jahren hat der ehemalige Landwirt Alfred Gfeller «immer öppis Cheibs». Ohne tägliche Intervention der Spitex könnte er kaum mehr zuhause wohnen.

Am südlichen Ausläufer des Belpberges, über der breiten Aaresenke und mit Blick auf die Talmulde des Limpaches befindet sich der Nofler-Weiler Unterdorf. Nur wenige Meter vom ehemaligen Schulhaus entfernt bewohnt der 73jährige Alfred Gfeller mit seiner gleichaltrigen Frau das Parterre eines Bauernhauses. Bereits in der dritten Generation, wie er stolz vermerkt. Schon sein Grossvater war hier Bauer, wie sein Vater, und auch Alfred Gfeller blieb nach dem Schulabgang keine andere Wahl als die Landwirtschaft, obwohl er selbst lieber Sager geworden wäre.

Mit seinen 5 Hektaren bot der Bauernhof kaum je genug, um die Existenz einer Familie zu sichern. So verdingten sich Grossvater und Vater neben der Arbeit auf dem Hof als Wegmeister, und Alfred Gfeller seinerseits verdiente sich den notwendigen Zustupf als Maurer und Zimmermann. So hat er übrigens auch seine Frau kennengelernt: Die Oberländerin arbeitete im Service jenes Restaurants, in welches sich der junge Bauer und Handwerker vor dem Gang in den Stall jeweils zum Feierabendbier hinzusetzen pflegte.

Über 50 Jahre sind seither vergangen, während welchen das Ehepaar drei Kinder und vier Grosskinder aufwachsen sah und immer wieder wichtige Entscheidungen zu treffen hatte. 1991 beispielsweise, als sie beschlossen, das Vieh abzugeben und Alfred Gfeller hauptsächlich als Holzer zu arbeiten begann. Oder 1996, als sie neben dem Bauernhaus ein Stöckli bauen konnten, das heute von einem ihrer Söhne bewohnt wird. Und 2006 schliesslich, als sie Hof und Ländereien den Jungen überschrieben, das Wohnrecht im Bauernhaus aber behielten.

Vor vier Jahren stellten sich bei Alfred Gfeller erstmals schwerwiegende gesundheitliche Probleme ein. Mängel in der Blutzirkulation machten Operationen notwendig, welche die konkrete Situation zwar verbesserten, aber eben: Seither habe er immer «öppis Cheibs». Hirnschläge, Hautprobleme, epileptische Anfälle, ein Narbenbruch – zum Glück habe ihnen der behandelnde Professor in der Insel bereits nach der ersten Operation dringend angeraten, die Spitex beizuziehen. Schon allein die exakte Bereitstellung der täglich einzunehmenden Tabletten stelle eine grosse Herausforderung dar, unterstreicht Frau Gfeller und sie ist froh, wird dies wöchentlich durch eine Fachkraft vorgenommen. Überhaupt wäre ein Verbleib von Alfred Gfeller in ihrem gemeinsamen Zuhause ohne die tägliche Intervention der Spitex heute nicht mehr möglich. Gott sei Dank gebe es diese Einrichtung, fügt Frau Gfeller an und regt sich gerade ein wenig auf: Über die Politiker «ds Bärn nide», die ausgerechnet hier sparen wollten. Das sei nun wirklich «chrüzblöd». «Die Jungen helfen zwar, wo sie können und auch auf die Nachbarn ist Verlass», betont das Ehepaar. «Aber insbesondere bei der komplizierten Körperpflege geht es nicht ohne die Unterstützung der Spitex.»

So fährt denn eine Mitarbeiterin des Spitex-Stützpunktes Wichtrach sechs Mal in der Woche, im Sommer wie im Winter, die Aaresenke hoch nach Noflen zu Gfellers. Es sei zwar kaum je zwei Tage hintereinander dieselbe, meint das Ehepaar, aber das spiele auch keine Rolle: «Es sind alles Liebe!» Und überhaupt: Wären es immer dieselben und man fände keinen guten Draht zu ihnen, hätte man dann den Salat...

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